In einem bedeutenden Schritt in Richtung digitaler Transformation kündigte der Rat der Europäischen Union am Dienstag die Annahme eines bahnbrechenden Rahmens für eine europäische digitale Identität (eID) an. Dieser Rahmen soll laut einer Pressemitteilung des Rates eine vertrauenswürdige und sichere digitale Identität für alle Europäer schaffen. Mathieu Michel, der belgische Staatssekretär für Digitalisierung, Verwaltungsvereinfachung, Datenschutz und Bauvorschriften, begrüßte die Annahme der europäischen Verordnung zur digitalen Identität als Meilenstein.

Er betonte, wie wichtig es sei, den Bürgern eine einzigartige und sichere europäische digitale Geldbörse zu geben und ihnen gleichzeitig die volle Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu lassen. Michel betonte, dass dieser Schritt die EU zu einem globalen Vorreiter im digitalen Bereich mache und die Sicherheit bei Online-Interaktionen stärke. Die europäische Verordnung zur digitalen Identität stellt die Bürger in den Mittelpunkt und trägt zu einer deutlichen Verbesserung und Vereinfachung des Zugangs zu öffentlichen Online-Diensten bei. Michel betonte die Notwendigkeit, die Bürger von der Last administrativer Komplexität und institutioneller Feinheiten zu befreien.
Die überarbeitete Verordnung läutet einen tiefgreifenden Wandel in der digitalen Identitätspraxis in Europa ein. Ihr Hauptziel ist es, einen universellen Zugang zu sicherer und zuverlässiger elektronischer Identifizierung und Authentifizierung für Einzelpersonen und Unternehmen auf dem gesamten Kontinent sicherzustellen. Im Rahmen dieses neuen Gesetzes werden die Mitgliedstaaten ihren Bürgern und Unternehmen digitale Geldbörsen zur Verfügung stellen. Diese Geldbörsen werden die Verknüpfung nationaler digitaler Identitäten mit anderen persönlichen Merkmalen wie Führerscheinen, Qualifikationen und Bankkonten erleichtern.
Bürger können ihre Identität problemlos verifizieren und elektronische Dokumente aus ihren digitalen Geldbörsen über Mobiltelefone teilen. Die Einführung europäischer digitaler Identitäts-Geldbörsen (EDIW) ermöglicht es den Bürgern, mit ihrer nationalen digitalen Identifikation, die in der gesamten EU anerkannt wird, auf Online-Dienste zuzugreifen. Wichtig dabei ist, dass dies erreicht werden kann, ohne auf private Identifizierungsmethoden zurückzugreifen oder unnötig persönliche Daten preiszugeben.
Die Verordnung legt den Schwerpunkt auf die Benutzerkontrolle und stellt sicher, dass nur relevante Informationen weitergegeben werden. Zu den wichtigsten Elementen der überarbeiteten Verordnung gehören Bestimmungen zur Verbesserung der Wirksamkeit und Ausweitung der Vorteile einer sicheren und bequemen digitalen Identität auf den privaten Sektor und mobile Anwendungen. Darüber hinaus haben die Bürger Zugriff auf ein Transaktions-Dashboard innerhalb der Wallet, die Möglichkeit, Datenschutzverletzungen zu melden, und die Option zur Interaktion zwischen Wallets.
Darüber hinaus können Bürger bestehende nationale eID-Systeme in die Wallet integrieren und kostenlose elektronische Signaturen für den nicht-professionellen Gebrauch nutzen. Die überarbeitete Verordnung soll in den nächsten Wochen im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden. Sie tritt 20 Tage nach der Veröffentlichung in Kraft und soll bis 2026 vollständig umgesetzt sein.
